Gedichtinterpretation: Gotthold Ephraim Lessing - Die Faulheit

  • Hallo

    Also mein Problem ist, ich muss dieses Gedicht interpretieren/analysieren, aber ich hab überhaupt keine Ahnung davon, was es da überhaupt zum interpretieren/analysieren gibt.
    Ich bin schon mit der Frage überfordert was für ein Metrum das Gedicht hat.
    Kann mir bitte jemand helfen, sagt mal was ihr das seht, eventuell lassen sich die ganzen Interpretation und Analysen irgendwie zusammen fassen.


    Die Faulheit

    Fleiß und Arbeit lob ich nicht.
    Fleiß und Arbeit lob ein Bauer.
    Ja, der Bauer selber spricht,
    Fleiß und Arbeit wird ihm sauer.
    Faul zu sein, sei meine Pflicht;
    Diese Pflicht ermüdet nicht.

    Bruder, laß das Buch voll Staub.
    Willst du länger mit ihm wachen?
    Morgen bist du selber Staub!
    Laß uns faul in allen Sachen,
    Nur nicht faul zu Lieb und Wein,
    Nur nicht faul zur Faulheit sein.

  • Hallo
    Das Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing ist mit Trochäus geschrieben( + -).
    Der Autor will uns zeigen, dass wir nicht immer an "Morgen" denken müssen, weil dieses "Morgen" nicht für jeden Menschen kommt;d.h. morgen können wir überhaupt sterben, wir werden "selber Staub", dann bräuchten wir alle unsere Kenntnisse und Erfahrungen, die wir so tüchtig unser ganzes Leben lang sammelten, schon gar nicht.Deshalb müssen wir uns gar keine Gedanken darüber machen, was morgen passiert.Dafür aber sind solche Werte wie "Liebe und Wein" und auch bildlich gesagt die Faulheit immer da.Ja sie verschwinden auch mit dem Tod, aber die sind so alltäglich, dass wir sie ganz ohne Rücksicht benutzen. Der Dichter ruft uns dazu, dass wir heute leben, ohne an den nächsten Tag zu denken., dass wir nicht faul"zu Lieb und Wein" wären, d.h. alltägliche Dinge, alltägliches Leben sind nicht wegzuschmeißen, denn diese sind eigentlich viel wichtiger als die Zukunft, die ja überhaupt nicht kommen kann. Die Zukunft ist also etwas Unsicheres, Unerkanntes, nicht Festes, so eine Sammlung von Träumen und Erwartungen, die ja mal auch zusammenbrechen können.Dann haben wir keinen festen Boden unter den Füssen, wenn wir immer nur an Zukunft denken würden und eigentliches Leben nicht beachten. "das Buch" ist natürlich gut und sehr sehr klug, aber im Leben hilft das nicht viel, weil das Leben tausendmal klüger ist.
    Tüchtigkeit und "Fleiß und Arbeit" sind gut für den Lebenserfolg, denn sie führen uns zu den richtigen Lebenswegen, die eröffnen uns so viele neue Türen. Denn "tüchtig sein" bedeutet "lebensfähig sein". Aber es fällt ja weit nicht jedem Menschen leicht, ständig zu arbeiten und sich immer weiter zu perfektionieren, wie auch Gotthold Lessing in seinem Werk schreibt, "der Bauer selber spreche, Fleiß und Arbeit seien ihm sauer".