Betonungen in der Gedichtanalyse

  • Hallo ihr Deutschspezialisten,

    ich hoffe ihr könnt mir helfen denn ich hab ein ziemliches Problem. Um genau zu sein geht es darum, dass ich es nicht auf die Reihe bekomme für Wörter bzw. Verse/Sätze die richtige Betonung zu finden. Folgende Übersicht hab ich gefunden, die Betonugs-X-Zeichen hab ich mal gemacht um aufzuzeigen was mich so irritiert:

    Jambus u b “Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde” Das kann ich noch nachvollziehen (Vorsilben sind immer unbetont oder?)
    x x` x x´ x x` x x` x

    Trochäus b u “Dies ist mein Zwirn.” Warum ist "mein" hier plötzlich betont?
    x´ x ? x`

    Daktylus b u u “Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen.” Warum ist hier "Fest" unbetont und war betont?
    x` x x x` x ? ? x ?

    Anapäst u u b “Wie mein Glück, ist mein Leid” Hier ist "mein" wieder unbetont
    x ? x` x ? x`

    Ich sehe da einfach nicht durch. Hat jemand von euch da den einen oder anderen Tipp für mich? Was mich noch interessieren würe, was ist eigentlich wenn in einem Vers 2 verschiedene Formen vorkommen? Ich danke euch schon mal im Voraus für eure Hilfe....

    Gruß Muroko

  • Danke erstmal.

    Wie ist es denn bei dem Beispielsatz für den Trochäus

    Dies(b) ist(u) mein(b?) Zwirn(u?)

    Ich hab irgendwie nicht das Gefühl dafür was jetzt betont ist und was nicht. Zum Beispiel mit dem Wort "mein" Warum ist das einmal betont und einmal nicht? Kommts hier auf den Kontext an? Ich bin am Rande der Verzweiflung. Das kann doch nicht so schwwer sein. Gibts da nicht irgendeinen Trick oder ne Hilfestellung?

    • Offizieller Beitrag

    Beim Trochäus hast du gut beschrieben, dass betonte und unbetonte Silben aufeinander folgen.
    Dein zitierter Satz ist mir unbekannt. Soll er aus einem Gedicht stammen, oder hast du ihn dir ausgedacht?

    Wenn hier "mein" betont werden soll, kann ich mir das nur so erklären, dass hier ein Gegensatz hervorgehoben werden soll: Mein Zwirn, nicht der eines anderen.

    Ein schönes Beispiel mit ganz klaren Tröchäen findest du bei Eduard Mörike:

    Früh-ling lässt sein blau-es Band

    wie-der flat-tern durch die Lüf-te ...

  • Ich habe im Netz als Beispielsätze für den Trochäus immer nur den Zwirn-Vers gefunden und den ersten Vers vom Zauberlehrling.

    Den Zauberlehrlinh kann ich nachvollziehen aber den Zwirn eben nicht. Der Vers stammt aus dem Gedicht "Inventur" von Günther Eich.