Wie findet ihr mein Text? Danke fuer Korrekturen =)
Wird Hannas Schuld durch den Analphabetismus relativiert?
In Bernard Schlinks Roman ,,Der Vorleser'' ist Hanna eine 36-jaehrige Frau die eine Beziehung mit einem 16-jaehrigen Jungen namens Michael hat. Sie hat zwei große Geheimnisse – Sie ist Analphabetin und sie war eine SS-Aufseherin. Beim Gericht kommt ihr zweites Geheimniss auf die Oberflaeche, aber das erste weiss nur Michael, der beim Gericht als Jura Student anwesend ist. Hanna schaemt sich zu viel um zu zugeben, dass sie eine Analphabetin ist, obwohl dieser Fakt ihre Strafe mindern koennte. Es ist wichtig zu wissen, dass Hanna dem Leser ausschließlig durch die Augen des Erzaehlers Michael gezeigt wird. Wie sieht der Leser dieses Romans Hanna? Als eine Bestie, die am Tod von Tausenden Menschen beteiligt war, oder eher als das Opfer ihrer eigenen Schwache?
Im ersten Teil des Romans kommt Hanna als eine kaltherzige und dominante Person ueber. Wenn es zu einem Streit zwischen ihr und Michael kommt, muss Hanna immer Recht haben. Sie greift Michael in diesen Situationen an, meistens mit Worten. Einmal in der Osterferien schlaegt sie ihn mit dem Guertel ins Gesicht. Es tut ihr danach leid und sie faengt an zu weinen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt Hanna eine sanfte Seite von ihr zu zeigen.Bis hier ist die Hanna fuer den Leser eine Frau, die einen Jugendlichen mehr oder weniger ausnutzt.
Im zweiten Teil des Romans sehen wir eine ganz andere Seite von Hanna. Wenn Michael sie beim Gericht erblickt, sieht er sie nicht mehr als eine dominante Person. Ganz im Gegenteil, die verzweifelte Hanna sitzt vor dem Gericht und kaempft um ihre Gerechtigkeit, das aber ohne Erfolg. Dem Leser wird ihre menschliche Seite gezeigt, denn sie hat Angst vor der Aufdeckung ihrer Schwaeche.
Sie ist auch keine ideologisch ueberzeugte NS-Taeterin. Als Siemens, die Firma wo sie als Schaffnerin gearbeitet hat, sie weiterbilden wollte, suchte sie verzweifelt eine neue Arbeit. Fuer die SS- Aufseherin brauchte man keine besonderen Kentnisse, so nahm sie die Arbeitsstelle. Hanna wusste damals nicht, was auf sie zukommen wuerde.
Das staerkste Argument dafuer, dass der Roman eine Relativierung von Schuld durch den Analphabetismus Hannas ist, ist ihr Freitod als spatere Suehne. Nach allem was sie getan hatte, fand sie sich so schuldig, dass es zu ihrem Selbstmord kam.
Ob man es als Leser mag oder nicht, wird in diesem Roman eindeutig Hannas Schuld durch den Analphabetisumus relativiert. Nach dem lesen von Schlinks Werk hat man das Gefuehl, dass Hanna ein Opfer ihrer eigenen Schwaeche war, des Analphabetismus, was bei fast jedem Leser Mitleid mit Hanna ausloest.