Georg Büchners Geschichtsauffassung

  • Hallo Leute,
    ich stehe vor einem kleinen Problem und hoffe, hier eventuell Hilfe zu bekommen :)

    Meine Frage bezieht sich auf etwas ganz grundlegendes, was mich daran hindert "Dantons Tod" von Büchner komplett zu verstehen.

    Also, wir wie alle wissen, redet Büchner ständig vom Fatalismus der Geschichte. Der einzelne ist bloß Schaum auf der Welle und kann Geschichte nicht gezielt steuern. Ich denke, in der Lektüre selbst kommt das auch sehr gut insofern zum Ausdruck, als er Danton genau dieses Lebensgefühl und dieses Verständnis von Geschichte in den Mund legt.

    Meine Frage lautet nun: Wenn Büchner weiß, dass der einzelne nicht in der Lage ist, den Lauf der Geschichte zu ändern, wieso ist er denn überhaupt politisch aktiv und schreibt deswegen den hessischen Landboten, in dem ja ganz deutlich wird, dass er in Deutschland gerne eine Revolution haben würde, um die Verhältnisse der restaurativen Politik zu ändern.

    Weshalb er den Danton schreibt, kann ich mir vorstellen. Er zeigt ja ganz deutlich auf, was für eine Eigendynamik solch eine Revolution entwickeln kann und in welcher Pervertierung sie enden kann. Die Leute sollen also nicht aus dem Theater gehen / das Buch weglegen und sich bloß denken: So, wir machen jetzt Revolution! sondern eben die Strukturen hinterfragen - auch wenn er sich nicht als Lehrer der Moral sieht.

    Nur das steht natürlich im krassen Gegensatz zum hessischen Landboten und seinem übrigen politischen Engagement. Noch mal auf den Punkt gebracht, lautet jetzt meine Frage: Warum fordert er die Menschen im hessischen Landboten zur Revolution auf, wenn er doch selbst so ein pessimitisches Geschichtsbild hat und während im Danton nichts Ideeles steckt.

    Hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen :)