Ringparabel Nathan der Weise Kreativaufgabe

  • Hallo,

    zur Zeit lesen wir im Unterricht "Nathan der Weise" von Lessing und sind letzte Stunde bei der Ringparabel angekommen. Diese habe ich verstanden, ich weiß was damit gemeint ist, doch unsere Hausaufgabe bereitet mir Schwierigkeiten..
    Und zwar lautet die Aufgabe: " Lassen sie den Ring selbst sprechen. Schreiben sie einen Text, vielleicht ein Märchen, in dem sie die Geschichte des Rings selbst erzählen. (Kräfte/Geheimnisse des Rings; Ursprung; Erlebnisse)´
    Uns wurde weiter nicht dazu gesagt, und nun frage ich mich, wie ich hier überhaupt anfangen soll...
    Es steht ja geschrieben: "Vor grauen Jahren lebt' ein alter Mann im Osten, der einen Ring von unschätzbarem Wert besaß..." (Z. 1911)
    Ich habe mir überlegt, vielleicht auch so meinen Text zu beginnen, doch ich weiß nicht, was ich dann noch schreiben soll...

    Wäre echt nett, wenn mir jemand einen kleinen Denkanstoß geben könnte.
    Danke!


  • Und zwar lautet die Aufgabe: " Lassen sie den Ring selbst sprechen. Schreiben sie einen Text, vielleicht ein Märchen, in dem sie die Geschichte des Rings selbst erzählen. (Kräfte/Geheimnisse des Rings; Ursprung; Erlebnisse)´
    Uns wurde weiter nicht dazu gesagt, und nun frage ich mich, wie ich hier überhaupt anfangen soll...
    Es steht ja geschrieben: "Vor grauen Jahren lebt' ein alter Mann im Osten, der einen Ring von unschätzbarem Wert besaß..." (Z. 1911)
    Ich habe mir überlegt, vielleicht auch so meinen Text zu beginnen, doch ich weiß nicht, was ich dann noch schreiben soll...


    Ich glaube, der Hintergrund für solche "Kreativaufgaben" liegt darin, zu erforschen, was an Informationen zur Vorgeschichte in einem Text zu finden sind, diese zusammenzutragen und in einem neuen Text darzustellen.

    Bei der Ringparabel kommt dazu, dass Lessing diese ja nicht erfunden hat, sondern dass er andere Quellen benutzt hat. Die Ringparabel gab es also schon vorher. Wir haben damals die Ringparabel von Boccaccio aus dem Decamerone gelesen. Das würde ich dir auch empfehlen.

    Im Vergleich erkennt man schnell, was wichtig ist: Der Ring ist ein außergewöhnlich schönes Schmuckstück und ein Familien-Erbstück, das von Generation zu Generation vom Vater auf den Sohn weitergegeben wird. Der Empfänger des Ringes ist zugleich der Erbe des Familienvermögens und zukünftiges Oberhaupt der Familie. Damit wird ein etwaiges Geburtsrecht (= der Erstgeborene ist der Erbe) außer Kraft gesetzt.

    Das musst du ein bisschen ausschmücken und als Legende erzählen. Jahrhundertelange Familientradition, Verpflichtung und Bestimmung. Was alles in der Vergangenheit um diese Kriterien herum passiert sein könnte (ein Erstgeborener war einmal neidisch, ein anderer Sohn war gehorsam und schön, aber nicht tugendhaft, der Auserkorene konnte den Ring nach dem Tode des Vaters nicht mehr vorzeigen, was weiß ich ...)

    Das könntest du sogar in der "Ich-Form" schreiben: Der Ring erzählt seine eigene Geschichte.

    Dass der Vater drei Ringe anfertigen ließ, weil er sich nicht entscheiden konnte, wäre aber neu und würde nicht in die Vorgeschichte gehören.